LVN

LEHRERINNEN- UND LEHRERVERBAND NIDWALDEN

Umfrage zur integrativen Schule

Der LCH hat die Ergebnisse aus der Umfrage zur inklusionsorientierten Schule veröffentlicht. Schweizweit haben sich über 10'000 Mitglieder beteiligt, darunter auch Mitglieder des Lehrerinnen- und Lehrerverbands Nidwalden (LVN). Nidwalden gehört bei der Frage, wie erfüllend die integrative Schule im Berufsalltag erlebt wird, im kantonalen Vergleich auf den ersten Blick zu den Spitzenreitern. Der LVN-Vorstand hat die Ergebnisse eingeordnet und sieht insbesondere bei den Ressourcen und den Rahmenbedingungen Handlungsbedarf.

Inklusion braucht gute Rahmenbedingungen

Die Zahlen bestätigen, was wir aus dem Schulalltag kennen: Die Nidwaldner Lehrpersonen erleben die integrative Schule im schweizweiten Vergleich oft als erfüllenden Auftrag statt als Belastung. Das ist eine gute Ausgangslage. Bei den personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen haben wir aber nach wie vor Nachholbedarf – das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren.

Die Schule ist ein Abbild unserer Gesellschaft. Lehrpersonen tragen eine grosse Verantwortung und kommen dabei teilweise an ihre Grenzen. Umso wichtiger ist es, dass die notwendigen Ressourcen dort ankommen, wo sie gebraucht werden, und gezielt eingesetzt werden können. Die Umfrage zeigt schweizweit, dass vor allem ausreichende personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen direkten Einfluss auf das Gelingen der inklusionsorientierten Schule haben. Eine zentrale Herausforderung dürfte auch im Kanton Nidwalden der Zugang zu schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP) sowie zu zeitnahen Diagnosen sein. Auch bei der Chancengerechtigkeit besteht gemäss den nationalen Ergebnissen Handlungsbedarf: Es braucht verlässliche und verbindliche Mindeststandards bei Abklärung, Zuweisung und Umsetzung von Massnahmen, damit Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Schulort vergleichbare Unterstützung erhalten.

Nidwalden erlebt die Inklusion erfüllend

Schweizweit befürworten 51 Prozent der befragten Lehrpersonen die Idee der integrativen Schule, während 48 Prozent skeptisch eingestellt sind – die Lager sind damit auf nationaler Ebene beinahe gleich gross. Beim Erleben im Berufsalltag hebt sich Nidwalden deutlich ab: Der Kanton gehört zu den drei Kantonen schweizweit, in denen die integrative Schule am ehesten als erfüllender Auftrag statt als Belastung erlebt wird. Dieses Resultat soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in Nidwalden die vorhandenen Ressourcen als ungenügend eingeschätzt wurden. Es braucht also mehr Ressourcen, damit die integrative Schule gelingt. Skepsis ist aus Sicht des LVN meist Ausdruck hoher Belastung und fehlender Unterstützung – besonders bei Lehrpersonen mit direkter Klassenverantwortung sowie auf der Sekundarstufe I.

Wir wollen die Diskussion nicht auf ein ‹für oder gegen Inklusion› reduzieren. Entscheidend ist, welche Rahmenbedingungen unsere Schulen brauchen, damit eine gute Schule für alle gelingen kann. Der LVN nimmt die Rückmeldungen der Lehrpersonen ernst und wird die Ergebnisse in den Dialog mit den zuständigen kantonalen Stellen einbringen, um gemeinsam tragfähige Lösungen für Nidwalden zu entwickeln.

Umfrageergebnisse

Hier geht es zur Medienmitteilung des LCH und zum Schlussbericht der nationalen Befragung zur inklusionsorientierten Schule.

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